KI-generierte Illustration: Satelliten im Orbit senden Funkkegel auf das nächtlich beleuchtete Europa
Space X Mobile

KI-generierte Illustration von Mobilfunksatelliten über Europa. Die neuen Starlink-Mobile-Satelliten sollen in 326 bis 335 Kilometern Höhe kreisen. Die Hälfte der 15.000 Satelliten muss laut FCC bis Oktober 2032 in Betrieb sein. Keine Originalaufnahme. Bild: KI-generiert (Loreley-Blog)

Frequenzkauf für Starlink Mobile

SpaceX mischt Mobilfunk mit Satellitentelefonie auf

Washington. SpaceX will in den USA ein eigener Mobilfunkanbieter werden. Unter dem Namen Starlink Mobile sollen Satelliten normale Handys direkt versorgen, ergänzt durch kleine Funkzellen am Boden. Den fehlenden Baustein liefert ein Frequenzpaket im 800-Megahertz-Bereich – das alte Nextel-Spektrum aus der Sprint-Fusion.

Bisher ist Starlink in den USA nur Zulieferer. Über den Dienst T-Satellite von T-Mobile funken rund 650 Satelliten mit etwa 4 Megabit pro Sekunde Textnachrichten und leichte Daten. Kunde, Vertrag und Rechnung bleiben beim Netzbetreiber.

Das soll sich ändern. Am 6. Oktober genehmigte die FCC, die US-Regulierungsbehörde für Telekommunikation, 15.000 neue Satelliten für Starlink Mobile. SpaceX verspricht bis zu 150 Megabit je Nutzer – genug für Videotelefonie. Die Starts sollen 2027 beginnen.

Zwei Tage später folgte der Frequenzkauf. Grain Management bestätigte am 8. Oktober den Verkauf seines gesamten 800-MHz-Portfolios an SpaceX: bis zu 14 Megahertz gepaartes Spektrum. Einen Preis nannten beide Seiten nicht. Die FCC muss noch zustimmen.

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Gekauft wurden Nutzungsrechte an Funkfrequenzen. Man kann sie sich als Fahrspuren in der Luft vorstellen: Wer die Lizenz hält, darf dort senden, alle anderen nicht. „Gepaart“ heißt: eine Spur vom Handy zum Netz, eine zweite für den Rückweg.

Die Megahertz-Zahl gibt an, wie oft die Funkwelle pro Sekunde schwingt. Die Faustregel: Niedrige Frequenzen reichen weit und kommen durch Mauern. Hohe Frequenzen transportieren mehr Daten, enden aber früher – oft an der ersten Wand.

Genau hier lag die Lücke. Starlinks Signal im 2-Gigahertz-Bereich trägt viel Datenvolumen, erreicht Telefone aber vor allem unter freiem Himmel. Die 800-MHz-Ebene soll es nach Darstellung von SpaceX in Gebäude bringen. Die meisten Handys beherrschen das Band bereits.

Ein Ladenhüter aus der Sprint-Fusion

Anfang der 2000er-Jahre lief auf diesen Frequenzen das Nextel-Netz mit seiner Push-to-Talk-Funktion – Handys, die auf Knopfdruck wie Walkie-Talkies funkten. Über Sprint gelangte das Band 2020 an T-Mobile US, das es nie in Betrieb nahm.

Das US-Justizministerium hatte die Fusion an Auflagen geknüpft. Dish erhielt ein Kaufrecht über 3,59 Milliarden Dollar und ließ es 2023 verfallen. 2025 einigte sich T-Mobile mit Grain auf 2,9 Milliarden Dollar plus Grains 600-MHz-Lizenzen.

Grain wollte die Frequenzen ursprünglich an Versorger oder Mobilfunker vergeben. Dann verpflichtete die FCC das Unternehmen, bis Anfang November einen Satellitenpartner zu suchen. Berichte über ein SpaceX-Gebot nannte Elon Musk im August noch unzutreffend.

Die Telekom steht auf beiden Seiten

Die Deutsche Telekom hält seit Februar 2026 52,8 Prozent an T-Mobile US. Die Frequenzen, die ihre Tochter für 2,9 Milliarden Dollar abgab, stärken nun einen Konkurrenten. Verizon, AT&T und T-Mobile gaben nach der Meldung deutlich nach.

Zugleich ist SpaceX Partner der Telekom. Am 2. März 2026 kündigte der Bonner Konzern an, ab 2028 in Deutschland und neun weiteren Ländern Starlink-Satelliten gegen Funklöcher einzusetzen. Größter Einzelaktionär der Telekom ist der Bund, direkt und über die KfW.

Mit der Satellitengenehmigung erließ die FCC SpaceX auch die Pflicht, Frequenzen bei einem Netzbetreiber am Boden zu mieten. Eine Kartellauflage von 2019 erzwang den Notverkauf, eine FCC-Auflage lenkte die Frequenzen zum Satelliten. Märkte formt, wer Lizenzen verteilt und Bedingungen schreibt.